UnVergessen

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UnVergessen ist ein Projekt des Instituts für Slavistik der Ruhr-Universität Bochum. Im Rahmen dieses Projektes engagieren sich Studierende sozial, indem sie in unterschiedlicher Weise Personen in Pflegeheimen unterstützen. Zugleich findet eine wissenschaftliche Begleitung und Aufbereitung dieser Arbeit statt. Dort steht vorrangig die Erforschung der sprachlichen Situation im Pflegeheim im Mittelpunkt, je nach Interesse der teilnehmenden Studierenden variieren hier die thematischen Schwerpunkte.

Das Projekt wurde von Dr. Katrin B. Karl ins Leben gerufen und hatte zunächst eine Ausrichtung auf die Begleitung russisch- und polnischsprachiger Pflegebedürftiger durch entsprechend gleichsprachige Studierende. Über die Dauer von einem Jahr betreut jeweils eine Gruppe von mehrsprachigen Studierenden eine Gruppe mehrsprachiger Pflegebedürftiger in einer 1:1-Paarvermittlung. In dieser Form lief das Projekt sehr erfolgreich drei Jahre und wurde dabei kontinuierlich um weitere Sprachen und TeilnehmerInnen erweitert. Dabei ist es in vielen Fällen gelungen, die jeweiligen Pflegebedürftigen von einer studentischen Gruppe an die nächste zu übergeben, sodass viele Pflegebedürftige von uns über mehrere Jahre begleitet wurden. Die aktuelle Runde von UnVergessen startete im Wintersemester 2019/20 mit einer Gruppe von 12 Studierenden, die 11 Pflegebedürftige regelmäßig besucht haben, mit ihnen Zeit verbracht und in ihrer jeweiligen Muttersprache gesprochen haben. Dabei wurden die Sprachen Russisch, Polnisch, Spanisch und Chinesisch abgedeckt.

Leider mussten wir jedoch durch die aktuelle gesundheitliche Lage und zum Schutz der pflegebedürftigen Personen unsere Besuche in den Pflegeeinrichtungen einstellen. Da wir jedoch auch weiterhin Kontakt zu unseren begleiteten Personen und Einrichtungen halten und ausdehnen wollten, sind wir kreativ geworden und haben neue Wege gefunden!

In der Folge ist Ende März von uns die Aktion Briefe gegen die Einsamkeit ins Leben gerufen worden, die einen deutlich größeren Kreis an Menschen anspricht. Wir haben junge Menschen unter dem Motto Gemeinsam werden auch neue Wege begehbar! aufgerufen, mit uns ein Zeichen der Solidarität zu setzen und den Pflegeheimen – und im Besonderen den dort lebenden Personen – zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind! Durch Briefe und Postkarten, die von je einem jungen Menschen an einen Pflegebedürftigen geschrieben werden, möchten wir eine kleine Aufmunterung schenken. Unsere Hoffnung ist, dass dieser Gruß im Briefkasten als eine Geste der Aufmerksamkeit wahrgenommen wird und etwas Freude bringt. Nach unserem Aufruf Ende März 2020 haben wir sowohl von Seiten junger Menschen als auch aus den Pflegeheimen eine unglaubliche Resonanz erfahren! Innerhalb von zwei Wochen konnten wir deutlich über 300 Personen zu mittlerweile 173 Briefpaaren vermitteln. Die meisten von ihnen schreiben sich auf Deutsch, aber es sind auch andere Sprachen vertreten: Russisch, Polnisch, Italienisch, Spanisch und Chinesisch. Viele tolle Briefe und schöne Ostergrüße wurden in 17 Pflegeeinrichtungen im Ruhrgebiet verschickt und es kamen bereits nach einigen Tagen die ersten Grüße aus den Einrichtungen zurück! Dies ist für uns ein wunderbares Zeichen, das auf diese Weise tatsächlich neue Kontakte hergestellt werden können und sich so in ganz klassischer Art Brieffreunde finden!

Auf den Unterseiten finden Sie diverse weitere Informationen zu unseren Aktivitäten und auch Einblicke in die Berichterstattungen unserer Tätigkeit. Wenn Sie Interesse an mehr Informationen haben, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

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